Diese Pflicht ist die am leichtesten zu erfüllende und die am leichtesten nachzuweisende. Der Gesetzgeber hat den Satz geschrieben. Er steht entweder da oder er steht nicht da. Wer Desinfektionsmittel, Insektizide, Holzschutz oder Rattengift verkauft, hat hier eine Pflicht, die ein Mitbewerber in zehn Sekunden prüfen kann.
Seit diesem Tag gilt die Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012. Artikel 72 ist seither unverändert.
Bußgeldrahmen für einen fehlenden oder veränderten Warnsatz. Chemikalien-Sanktionsverordnung § 5 Absatz 4 in Verbindung mit Chemikaliengesetz § 26 Absatz 2 Nummer 3 Buchstabe g, Absatz 3.
Produktarten führt Anhang V der Verordnung. Fällt ein Artikel unter eine davon, gilt die Pflicht für jede Werbung.
Artikel 72 Absatz 1 schreibt vor, dass jeder Werbung für Biozidprodukte dieser Hinweis hinzuzufügen ist:
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Artikel 72 Absatz 3 verbietet jede Darstellung, die hinsichtlich der Risiken für Mensch, Tier oder Umwelt oder hinsichtlich der Wirksamkeit irreführend ist. Sechs Formulierungen nennt die Verordnung ausdrücklich. Sie dürfen auf keinen Fall verwendet werden:
| Verbotene Angabe | Warum sie auffällt |
|---|---|
| „Biozidprodukt mit niedrigem Risikopotenzial“ | Wörtlich in Artikel 72 Absatz 3 genannt |
| „ungiftig“ | Häufig in Beschreibungen von Mitteln für Haushalt und Garten |
| „unschädlich“ | Häufig in Kombination mit Angaben zu Kindern oder Haustieren |
| „natürlich“ | Sehr häufig bei Produkten auf pflanzlicher Basis |
| „umweltfreundlich“ | Ein Standardbegriff im Marketing und zugleich ausdrücklich untersagt |
| „tierfreundlich“ | Häufig bei Fallen und Repellentien |
Ein Biozidprodukt ist ein Stoff oder Gemisch, das Schadorganismen zerstören, abschrecken, unschädlich machen oder ihre Wirkung verhindern soll. Das reicht weiter als die meisten Sortimente vermuten.
Das Bußgeld. Wer als für die Werbung verantwortliche Person entgegen Artikel 72 Absatz 1 den Hinweis nicht, nicht richtig oder nicht vollständig hinzufügt, handelt ordnungswidrig nach § 5 Absatz 4 der Chemikalien-Sanktionsverordnung. Über § 26 Absatz 2 Nummer 3 Buchstabe g des Chemikaliengesetzes liegt der Rahmen bei bis zu 50.000 Euro.
Die Abmahnung. Der Warnsatz ist eine Marktverhaltensregel. Fehlt er, ist das für einen Mitbewerber in einem Screenshot dokumentiert. Verlangt wird eine strafbewehrte Unterlassungserklärung. Sie kostet nichts, solange Sie sie halten. Bei jedem erneuten Verstoß werden typischerweise 3.000 bis 5.000 Euro fällig.
Der zweite Weg ist hier der wahrscheinlichere. Verbände prüfen Biozidwerbung systematisch, weil der Verstoß ohne Fachwissen erkennbar ist.
Diese Seite gibt den Rechtsstand September 2026 in zusammengefasster Form wieder. Sie dient der ersten Orientierung, stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.
Ob ein Artikel ein Biozidprodukt ist, lässt sich einer Produktseite nicht zuverlässig ansehen. Der Compliance-Scan prüft, ob der vorgeschriebene Satz vorhanden ist. Er prüft ebenso, ob verbotene Aussagen wie „umweltfreundlich“ in der Beschreibung stehen. Die Einstufung selbst bleibt bei Ihnen und Ihrem Lieferanten.
Tragen Sie Ihre Shop-Adresse ein. Der Scan sieht sich Ihre Produktseiten an und zeigt betroffene Seiten als Beispiel. Kostenfrei und ohne Anmeldung.